portrait

Die Autorin

Für mich vermittelt Literatur Erfahrung in ästhetisches Spiel verwandelt und vermag die freie Erfindung mit Lebensnähe zu verknüpfen. Meine wissenschaftliche Beschäftigung mit diesem Medium war gleichermaßen von Erkennen und Erleben geleitet.

Der Wunsch, selbst zu schreiben, bestand lange bevor ich den Mut zur Umsetzung fand. Neben meiner Lehr- und Forschungstätigkeit blieb allerdings für eine schriftstellerische Tätigkeit nicht allzu viel Zeit. Erst seit meiner Pensionierung kann ich mich voll dem Schreiben widmen.

Die literaturwissenschaftliche Schulung vermag dabei hinderlich wie auch hilfreich zu sein. Sie kann zu rationaler Verdeutlichung verführen, die der literarischen Darstellung abträglich ist. Sie schärft aber auch den selbstkritischen Sinn und das Gefühl für sprachlichen Ausdruck.

Die Wissenschaftlerin

Mein besonderes Interesse in Forschung und Lehre galt von Anfang an der Erzählkunst, nicht zuletzt in ihrer volkstümlichen Ausprägung der Ballade. Hinzu kam eine Fokussierung auf Charakterdarstellung und Psychologie sowie auf Raumwahrnehmung und Reiseliteratur.

Vor allem aber hat die Frauen- und Geschlechterforschung seit den siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts meine Beschäftigung mit Literatur und Kultur begleitet. Dabei habe ich mit großer Freude unterrichtet und aus dem Gedankenaustausch mit den Studierenden immer wieder neuen Antrieb und wichtige Anregungen erhalten.

Besonderes Vergnügen bereitete mir auch die fast dreißigjährige Tätigkeit als Vorsitzende des Beirats der Studiobühne Köln, die mich mit den praktischen und künstlerischen Aspekten von Theaterarbeit in Berührung brachte.

Als Mitglied der Internationalen Balladenkommission brachten mich Vortragsreisen nach Großbritannien und USA in unmittelbaren Kontakt mit den Kulturen, denen meine wissenschaftliche Beschäftigung galt.

Lebenslauf

  • 1933
    geboren in München
  • 1954 - 1960
    Studium: Anglistik, Germanistik, Philosophie und Geschichte in München, Freiburg, Edinburgh und London
  • 1960
    Staatsexamen für das Lehramt (Fächer: Deutsch, Englisch)
  • 1965
    Promotion
  • 1965 - 1970
    Wiss. Assistentin am Englischen Seminar, Ludwig-Maximilians-Universität München
  • 1975
    Habilitation: Englische Philologie
  • 1975 - 1999
    Professorin für Englische Literatur an der Universität zu Köln
  • 1987
    Begründung einer Datenbank zur Frauen- und Geschlechterforschung, später: gender inn
  • 1999
    Emeritierung
  • 2000 - 2003
    Leitung des DFG-geförderten Forschungsprojekts Marginalität und Grenzerfahrung in der klassischen Moderne in England
  • seit 2003
    verstärkt schriftstellerisch tätig
  • 2011
    Jurierte Aufnahme in die literarische Sektion der GEDOK Köln (Gemeinschaft der Künstlerinnen und Kunstförderer e.V.)